Strafrecht

 

Das Strafrecht ist nicht zuletzt wegen der sensiblen Rechtsfolgen eine Rechtsmaterie, mit der niemand in Berührung kommen möchte. Umso wichtiger ist es, bei dem Verdacht des Begehens einer Straftat bereits im frühen Stadium, einen Rechtsanwalt zu konsultieren.

Häufig bestehen bei den Beschuldigten Zweifel, Unsicherheiten und vor allem Ängste hinsichtlich des Ablaufs und der Folgen eines Strafverfahrens. Daher möchten wir Ihnen im Folgenden einen kurzen Überblick über den Ablauf eines Strafverfahrens geben:

Ermittlungsverfahren

Anwalt Strafrecht, Strafrecht, Strafprozessrecht

Das Strafverfahren beginnt mit dem Ermittlungsverfahren. In diesem ersten Verfahrensabschnitt untersucht die Staatsanwaltschaft, ob der Beschuldigte einer Straftat hinreichend verdächtig ist. Ein hinreichender Tatverdacht ist dann gegeben, wenn nach vorläufiger Bewertung eine Verurteilung des Beschuldigten wahrscheinlicher ist als ein Freispruch. Das Ermittlungsverfahren schließt die Staatsanwaltschaft mit der Abschlussverfügung ab. Mit dieser wird das Verfahren entweder eingestellt oder aber, es wird Anklage erhoben und das Verfahren fortgesetzt. Neben den vorgenannten Abschlussmöglichkeiten verfügt die Staatsanwaltschaft noch über weitere Möglichkeiten, das Verfahren sanft zum Abschluss zu bringen, wie etwa durch Einstellung gegen Auflage.

Gerade wegen der unterschiedlichen Möglichkeiten, die der Staatsanwaltschaft eingeräumt werden, das Ermittlungsverfahren – je nach Grad und Schwere des strafrechtlichen Vorwurfs – zu gestalten, sollte frühzeitig ein Strafverteidiger konsultiert werden. Denn nicht jeder Anfangsverdacht muss in einer Hauptverhandlung enden.

Gerne klären wir Sie über die unterschiedlichen Möglichkeiten der Beendigung des gegen Sie eingeleiteten Ermittlungsverfahrens auf. Zögern Sie daher nicht und nehmen Sie Kontakt mit unseren Rechtsanwälten auf.

Zwischenverfahren

Erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage, so prüft das Gericht sodann in dem Zwischenverfahren, ob nach der Aktenlage eine Verurteilung wahrscheinlich ist. In dem Zwischenverfahren sollen somit noch einmal aussichtslose Anklagen herausgefiltert werden. Hält das Gericht eine Verurteilung nach Aktenlage für wahrscheinlich, wird die Hauptverhandlung eröffnet.

Hauptverfahren

Die Hauptverhandlung bildet den Kernbestandteil eines jeden Strafverfahrens. In diesem Verfahrensabschnitt entscheidet sich, ob der Angeklagte verurteilt oder freigesprochen wird. Durch die Hauptverhandlung kann sich das Gericht einen persönlichen Eindruck vom Angeklagten sowie den in den Prozess eingeführten Beweismitteln (Zeugenbeweis, Gutachten eines Sachverständigen, personenbezogene Untersuchungen, Urkunden) machen. Nach Abschluss der Beweisaufnahme und den Plädoyers der Staatsanwaltschaft sowie der Verteidiger gebührt dem Angeklagten das „letzte Wort“. Das Gericht zieht sich anschließend zur geheimen Beratung zurück und entscheidet dann über das Ergebnis der Beweisaufnahme nach seiner freien aus dem Inbegriff der Hauptverhandlung geschöpften Überzeugung.

Ist das Gericht von der Schuld des Angeklagten überzeugt, so wird dieser verurteilt. Bestehen indes nach der Beweisaufnahme noch Zweifel an der Schuld des Angeklagten, so wird dieser freigesprochen („Im Zweifel für den Angeklagten“).

Vollstreckungsverfahren

Wird das Urteil rechtskräftig, folgt das Vollstreckungsverfahren. In diesem letzten Verfahrensabschnitt werden die Rechtsfolgen des Urteils umgesetzt, d.h. die Geldstrafe oder Freiheitsstrafe vollstreckt.

Die Rechte, die Sie als Beschuldigter haben

Unabhängig davon, in welchem Verfahrensabschnitt Sie sich befinden, sollte Ihnen in jedem Fall bekannt sein, welche Rechte Ihnen als Beschuldigter zustehen.

Das Aussageverweigerungsrecht ist eines der grundlegendsten Rechte des Beschuldigten.   Durch unbedachte Äußerungen, die in der sehr emotionalen Lage leicht fallen können, kann der Beschuldigte seine Stellung im Verfahren schnell verschlechtern. Nach § 136 Abs. 1 StPO ist dem Beschuldigten bei Beginn der ersten Vernehmung zu eröffnen, welche Tat ihm zur Last gelegt wird und welche Strafvorschriften in Betracht kommen. Er ist darauf hinzuweisen, dass es ihm nach dem Gesetz freisteht, sich zu der Beschuldigung zu äußern oder nicht zur Sache auszusagen und jederzeit, auch schon vor seiner Vernehmung, einen von ihm zu wählenden Verteidiger heranzuziehen.

Das Aussageverweigerungsrecht wird dem Beschuldigten gewährt. Doch wann wird aus dem Tatverdächtigen der Beschuldigte?

Diese Frage ist umstritten und hängt vom jeweiligen Einzelfall ab. Die Strafverfolgungsbehörden haben die Definitionsmacht, d.h. diese müssen entscheiden, ob es sich noch um einen Tatverdächtigen handelt oder aber um einen Beschuldigten. Jedenfalls mit der formellen Eröffnung eines Ermittlungsverfahrens wird aus dem Tatverdächtigen ein Beschuldigter, dem das Aussageverweigerungsrecht zusteht. Auch in den Fällen, in denen gezielt strafprozessuale Maßnahmen gegen eine Person angewandt werden, wird aus dem Tatverdächtigen ein Beschuldigter.

Bevor Sie sich aber dazu entscheiden, ob und in welchem Umfang Sie sich zu dem Tatvorwurf äußern wollen, empfehlen wir Ihnen dringend, diese Frage vorher mit einem Strafverteidiger abzuklären, damit eine für ihren konkreten Fall geeignete Verteidigungsstrategie erarbeitet werden kann.

Wie wir Ihnen als Rechtsanwälte helfen können

Zwar garantiert die Strafprozessordnung dem Beschuldigten bestimmte elementare Rechte, indes ist deren Einhaltung in der Praxis keine Selbstverständlichkeit. Diese Gefahr besteht umso mehr, wenn der Beschuldigte keinen Rechtsanwalt an seiner Seite hat.

Wir achten darauf und sorgen gleichzeitig dafür, dass die Ihnen von der Strafprozessordnung garantierten Rechte in jedem Verfahrensstadium gewahrt werden.

Unsere Arbeit als Rechtsanwälte beginnt mit der Akteneinsicht. Der Rechtsanwalt hat das Recht auf Akteneinsicht nach § 147 StPO. Ohne die Akteneinsicht und die Kenntnis des Ermittlungsstandes ist die Erarbeitung einer erfolgreichen Verteidigungsstrategie nicht möglich.

Sobald Sie uns das Mandat übertragen, beantragen wir umgehend Akteneinsicht, so dass wir von Anfang an die optimale Verteidigung für Sie erarbeiten können.

Haben Sie Fragen?

Wurde gegen Sie als Beschuldigter ein Ermittlungsverfahren eingeleitet oder aber, Sie wurden wegen einer Straftat angeklagt?
Sie haben weitere Fragen zum Strafrecht?
Dann kontaktieren Sie uns gerne und wir besprechen mit Ihnen das weitere Vorgehen:
E-Mail: kontakt@kanzlei-sena.de
Telefon: 040 88194403